Skip to main content
Crypto News:
(BTC)
(ETH)
Sonnenfinsternis Wien am 12. August 2026: genaue Uhrzeiten, 89 Prozent Magnitude, beste freie Sicht nach Westen (Donauturm, Kahlenberg, Copa Beach), Schutzbrillen, Wettercheck und Perseiden in derselben Nacht.
(LTC)

Was ist zur Sonntagsöffnung in Wien bekannt? NEOS starten neuen Vorstoß, SPÖ bleibt deutlich dagegen

Sonntagsöffnung Wien: NEOS fordern einen neuen Testlauf, SPÖ lehnt ab, ÖVP verlangt Umsetzung. Was rechtlich möglich ist, welche Zahlen vorliegen und warum die Debatte im August 2026 neu aufflammt.

Inhaltsverzeichnis

Sonntagsöffnung Wien ist Anfang August 2026 erneut zum Konfliktthema innerhalb der Wiener Stadtpolitik geworden: NEOS-Wirtschaftssprecher Markus Ornig fordert mehr Freiheit für Geschäfte am Sonntag und schlägt zunächst einen praktischen Test vor, während die SPÖ an ihrer ablehnenden Linie festhält und die Wiener ÖVP der rot-pinken Stadtregierung vorwirft, bei dem Thema nicht ins Handeln zu kommen. Der neue Vorstoß folgt nur wenige Monate nach der gescheiterten Diskussion über Sonderöffnungszeiten während des Eurovision Song Contest und trifft auf eine unveränderte Rechtslage, nach der Verkaufsstellen sonntags grundsätzlich geschlossen bleiben müssen, sofern keine gesetzlich vorgesehene Ausnahme greift, berichtet WIENtoday.at unter Berufung auf aktuelle Stellungnahmen und die geltenden Öffnungszeitenbestimmungen.

Auslöser der neuen Runde ist ein Medientermin der Wiener NEOS vom 5. August. Ornig argumentiert, Wien lasse gegenüber anderen europäischen Städten wirtschaftliche Möglichkeiten ungenutzt und müsse insbesondere stationären Händlern mehr Spielraum geben. Seine Partei verweist dabei auf eine Untersuchung der Johannes Kepler Universität Linz, wonach 63 Prozent der befragten Wienerinnen und Wiener zumindest gelegentlich sonntags einkaufen würden. Innerhalb der Stadtregierung ist dafür derzeit allerdings keine gemeinsame Linie erkennbar: Die SPÖ hatte bereits vor dem Eurovision Song Contest eine Sonderöffnung abgelehnt, während die NEOS damals einen Versuch gefordert hatten.

Was NEOS bei der Sonntagsöffnung in Wien konkret fordert

Die Wiener NEOS stellen den neuen Vorstoß ausdrücklich als wirtschaftspolitische Maßnahme dar. Ornig bezeichnet zusätzliche Sonntagsöffnungen als eine Möglichkeit, dem stationären Handel mehr Flexibilität gegenüber dem rund um die Uhr verfügbaren Onlinehandel zu geben. Die Partei verweist zugleich auf Wien als internationale Tourismusstadt und argumentiert, dass Besucher gerade an Wochenenden häufig auf geschlossene reguläre Geschäfte treffen.

Der aktuelle Vorschlag läuft allerdings nicht zwingend auf eine sofortige flächendeckende Öffnung aller Wiener Geschäfte an jedem Sonntag hinaus. In ihrer aktuellen Darstellung nennen die NEOS insbesondere eigentümergeführte Betriebe als möglichen Ausgangspunkt. Die Partei spricht sich dafür aus, mit einem begrenzten Modell zu beginnen und anschließend anhand der tatsächlichen Nutzung zu prüfen, wie groß Nachfrage und wirtschaftlicher Effekt sind.

Damit versucht Ornig auch, eine der zentralen Konfliktlinien der Debatte zu entschärfen: die Frage nach den Arbeitsbedingungen von Handelsangestellten. Nach Darstellung der NEOS sollen ArbeitnehmerInnenschutz, gesetzliche Ruhezeiten und bestehende Zuschlagsregelungen nicht aufgehoben werden. Gleichzeitig argumentiert die Partei, zusätzliche Öffnungsmöglichkeiten könnten etwa Studierenden neue Beschäftigungsmöglichkeiten geben.

Die wesentlichen Punkte des aktuellen NEOS-Vorstoßes sind damit:

  • mehr Entscheidungsfreiheit bei den Öffnungszeiten;
  • zunächst ein begrenzter Test statt zwingend einer sofortigen flächendeckenden Regelung;
  • ein möglicher Schwerpunkt auf inhabergeführten Geschäften;
  • Beibehaltung bestehender Schutzbestimmungen für Beschäftigte;
  • stärkere Nutzung touristischer Nachfrage;
  • Verbesserung der Wettbewerbsposition gegenüber dem Onlinehandel.

Ob daraus tatsächlich ein konkreter Verordnungsentwurf wird, ist derzeit offen. Eine politische Forderung allein ändert die geltenden Sonntagsregeln nicht.

Warum die Debatte ausgerechnet jetzt wieder beginnt

Die Diskussion ist nicht neu. Bereits vor dem Eurovision Song Contest im Mai 2026 wurde in Wien intensiv darüber verhandelt, ob Geschäfte während des internationalen Großereignisses ausnahmsweise auch an einem Sonn- oder Feiertag öffnen dürfen.

Die NEOS hatten damals einen Pilotversuch unterstützt. Die SPÖ sah hingegen keinen Anlass für eine situationsbezogene Lockerung. Die Gespräche innerhalb der Wiener Stadtregierung endeten im April ohne Einigung. Damit fand auch während des ESC keine allgemeine Sonderöffnung des Handels statt. Auch UNOS, die Unternehmerorganisation im Umfeld der NEOS, verlangten rund um den Song Contest eine Liberalisierung. Ihr Argument: Wenn Zehntausende internationale Gäste in Wien seien, sei zusätzliche Kaufkraft vorhanden, von der der stationäre Handel wegen der Öffnungszeiten nur eingeschränkt profitieren könne.

Die Vorgeschichte ist politisch relevant, weil sie zeigt, dass der jetzige Vorstoß nicht bei null beginnt. Die Positionen der wichtigsten Akteure waren bereits im Frühjahr weitgehend festgelegt.

AkteurPosition
NEOS WienMehr Flexibilität und Test einer Sonntagsöffnung
SPÖ WienSonntagsöffnung bislang klar abgelehnt
Wiener ÖVPGrundsätzlich für modernere beziehungsweise flexiblere Öffnungszeiten
Gewerkschaftliche ArbeitnehmervertretungenGegen eine generelle Ausweitung der Sonntagsarbeit
Teile der WirtschaftBefürworten zusätzliche Möglichkeiten, besonders in touristisch stark frequentierten Bereichen

Damit liegt der Konflikt weniger bei der Frage, ob das Thema politisch diskutiert wird, sondern bei der konkreten Ausgestaltung: Wer dürfte öffnen, an welchen Sonntagen, in welchen Stadtgebieten und unter welchen arbeitsrechtlichen Bedingungen?

63 Prozent würden sonntags einkaufen – was die Studie tatsächlich zeigt

Ein zentrales Argument der NEOS ist eine Untersuchung des Instituts für Handel, Absatz und Marketing der Johannes Kepler Universität Linz. Danach würden 63 Prozent der Befragten in Wien zumindest gelegentlich von einer Sonntagsöffnung Gebrauch machen. Außerhalb Wiens lag der entsprechende Wert im Durchschnitt der übrigen Bundesländer bei 48 Prozent.

Besonders hoch war die Zustimmung in jüngeren Altersgruppen. Bei der Generation Z lag sie bei 74 Prozent, bei den Jahrgängen 1981 bis 1996 bei 67 Prozent. Unter den Befragten der Jahrgänge 1965 bis 1980 waren es 56 Prozent, unter Babyboomern 53 Prozent. Damit erreichte die Zustimmung laut dieser Untersuchung in allen untersuchten Altersgruppen mindestens eine knappe Mehrheit.

Die NEOS nennen zusätzlich konkrete Einkaufswünsche: 54 Prozent der Befragten hätten bei möglichen Sonntagseinkäufen besonders Lebensmittelgeschäfte beziehungsweise Supermärkte genannt, jeweils 27 Prozent Drogerien und Modegeschäfte. Die Zahlen müssen dennoch sauber eingeordnet werden. Sie zeigen, dass ein erheblicher Teil der Befragten eine Einkaufsmöglichkeit nutzen würde. Daraus folgt nicht automatisch, dass eine Mehrheit jede Form einer flächendeckenden Öffnung oder zusätzliche Sonntagsarbeit ohne Einschränkungen unterstützt. Das zeigt auch eine andere Wiener Umfrage aus dem Frühjahr 2026, die zu einem deutlich kritischeren Ergebnis kam. Die öffentliche Meinung hängt damit stark von Fragestellung, konkretem Modell und Bedingungen für die Beschäftigten ab.

Was das Gesetz derzeit bei Sonntagsöffnungen erlaubt

Rechtlich gilt zunächst eine klare Grundregel. Nach § 3 des österreichischen Öffnungszeitengesetzes müssen Verkaufsstellen an Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen geschlossen bleiben, sofern keine besondere Ausnahme vorgesehen ist. Auch an Samstagen nach 18 Uhr gilt grundsätzlich die gesetzliche Schließregel. Das bedeutet allerdings nicht, dass in Wien sonntags überhaupt kein Verkauf möglich ist. Österreichisches Bundesrecht und Wiener Landesrecht enthalten unterschiedliche Ausnahmen für bestimmte Standorte, Waren und Situationen.

Beispiele sind Geschäfte an Verkehrsknotenpunkten, bestimmte touristisch relevante Verkaufsstellen sowie Sonderbestimmungen in einzelnen Wiener Gebieten. Im Prater dürfen nach der Wiener Öffnungszeitenverordnung bestimmte Verkaufsstellen an Sonn- und Feiertagen zwischen 9 und 22 Uhr öffnen. Dabei ist allerdings geregelt, welche Waren verkauft werden dürfen.

Für bestimmte touristisch relevante Gebiete bestehen ebenfalls begrenzte Ausnahmen. Dort dürfen beispielsweise genussfertige Lebensmittel, alkoholfreie Getränke oder Bier unter festgelegten Voraussetzungen und zu bestimmten Zeiten verkauft werden. Genau deshalb geht es bei der politischen Auseinandersetzung nicht darum, ob irgendeine Sonntagsöffnung rechtlich existiert. Entscheidend ist vielmehr, ob Wien wesentlich weitergehende Ausnahmen schaffen und sie auf einen größeren Teil des normalen Einzelhandels ausdehnen sollte.

Warum immer wieder über Tourismuszonen gesprochen wird

Einer der regelmäßig diskutierten Wege führt über sogenannte Tourismuszonen beziehungsweise räumlich begrenzte Sonderregelungen. NEOS argumentieren, dass in anderen österreichischen Regionen touristisch begründete Ausnahmen eingesetzt würden, Wien diese Möglichkeit aber kaum beziehungsweise nicht in vergleichbarer Form für den regulären Handel nutze. Die Partei bezeichnet Wien deshalb als Sonderfall und verweist auf die hohe Zahl internationaler Besucher. Das Argument ist aus Sicht der Befürworter vor allem für die Innere Stadt und andere touristisch stark frequentierte Bereiche relevant. Ein Modell könnte theoretisch räumlich begrenzt werden, statt sämtliche Geschäfte in allen 23 Bezirken einzubeziehen.

Politisch löst auch ein solches Modell den Konflikt jedoch nicht. Arbeitnehmervertreter warnen seit Jahren davor, dass aus eng definierten Ausnahmen schrittweise eine allgemeine Sonntagsöffnung entstehen könnte. Die Debatte dreht sich deshalb um mindestens drei unterschiedliche Modelle:

  1. Flächendeckende Sonntagsöffnung: Geschäfte in ganz Wien könnten unter definierten Bedingungen öffnen.
  2. Tourismuszonen: Nur Geschäfte in bestimmten stark touristischen Gebieten erhalten zusätzliche Öffnungsmöglichkeiten.
  3. Begrenzte Test- oder Veranstaltungstage: Wien erlaubt Öffnungen nur an einzelnen Sonntagen oder rund um Großveranstaltungen.

Der aktuelle NEOS-Vorstoß liegt politisch näher an einem schrittweisen Modell als an einer sofortigen vollständigen Liberalisierung.

ÖVP unterstützt das Ziel, kritisiert aber die NEOS

Interessant ist die Rolle der Wiener ÖVP. Inhaltlich steht sie einer Lockerung der Öffnungszeiten wesentlich näher als die SPÖ. Bereits im Mai hatte der Wiener ÖVP-Chef Markus Figl eine freiwillige Sonntagsöffnung unterstützt und die Stadtregierung aufgefordert, bei dem Thema konkrete Schritte zu setzen. Er berief sich dabei ebenfalls auf Umfragewerte, die eine Zustimmung in Teilen der Wiener Bevölkerung zeigten. Die politische Kritik der ÖVP richtet sich deshalb weniger gegen das grundsätzliche Ziel der NEOS als gegen deren Rolle innerhalb der rot-pinken Koalition. Aus Sicht der Volkspartei reicht es nicht, öffentlich flexiblere Öffnungszeiten zu verlangen, wenn innerhalb der Stadtregierung keine entsprechende Regelung zustande kommt.

Damit entsteht eine ungewöhnliche politische Konstellation: NEOS und ÖVP liegen beim Ziel näher beieinander, während NEOS und SPÖ gemeinsam die Wiener Stadtregierung bilden. Genau dieser Widerspruch dürfte die Debatte in den kommenden Monaten weiter begleiten. Ohne Zustimmung des größeren Koalitionspartners ist eine weitreichende Wiener Neuregelung politisch schwer vorstellbar.

Warum die SPÖ die Sonntagsöffnung ablehnt

Die SPÖ argumentiert seit Jahren vor allem mit dem Schutz des arbeitsfreien Sonntags und den Interessen der Handelsbeschäftigten.

Schon während der ESC-Diskussion im Frühjahr erklärte die zuständige Wiener Seite, dass eine situationsbezogene Öffnung nicht erforderlich sei. Auch Bürgermeister Michael Ludwig hatte zuvor deutlich gemacht, dass er keine Notwendigkeit für zusätzliche Sonntagsöffnungen sehe.

Aus Sicht der Gegner geht es dabei nicht nur um zusätzliche Arbeitsstunden. Ihr Hauptargument ist, dass der Sonntag für einen großen Teil der Beschäftigten der einzige verlässlich gemeinsame freie Wochentag mit Familie und Freunden sei. Arbeitnehmervertretungen verweisen außerdem auf die besondere Struktur des Einzelhandels. Dort arbeiten viele Frauen, Teilzeitbeschäftigte und Beschäftigte mit Betreuungspflichten. Eine formell freiwillige Sonntagsarbeit könne deshalb in der betrieblichen Praxis trotzdem zusätzlichen Druck erzeugen. Die Auseinandersetzung betrifft somit zwei unterschiedliche politische Ziele: mehr Flexibilität für Unternehmen und Konsumenten auf der einen Seite, planbare gemeinsame Freizeit und Schutz vor zusätzlicher Wochenendarbeit auf der anderen.

Wirtschaftlicher Effekt einer Sonntagsöffnung bleibt umstritten

NEOS stellen zusätzliche Öffnungszeiten als vergleichsweise einfach umsetzbaren wirtschaftlichen Impuls dar. Belastbare Aussagen darüber, wie hoch ein tatsächlicher zusätzlicher Netto-Umsatz für den gesamten Wiener Handel wäre, sind aus den bisher veröffentlichten aktuellen Unterlagen allerdings nicht ableitbar. Denn längere Öffnungszeiten bedeuten nicht automatisch, dass Konsumenten insgesamt mehr Geld ausgeben. Ein Teil der Umsätze könnte lediglich von anderen Wochentagen auf den Sonntag verschoben werden.

Zusätzlich entstehen für Geschäfte neue Kosten: Personal, Energie, Sicherheit, Logistik und gegebenenfalls Zuschläge. Für stark frequentierte Standorte können sich längere Öffnungszeiten wirtschaftlich rechnen, für kleinere Geschäfte mit geringerer Sonntagsfrequenz möglicherweise nicht. Genau deshalb ist der von den NEOS vorgeschlagene Test politisch relevant. Ein begrenzter Versuch könnte zeigen, wie viele Betriebe tatsächlich freiwillig öffnen, welche Branchen profitieren und ob zusätzliche Umsätze entstehen oder hauptsächlich auf einen weiteren Verkaufstag verteilt werden.

Was die Erfahrungen mit dem ESC 2026 zeigen

Der Eurovision Song Contest war der bislang wichtigste praktische Prüfstein der Debatte im Jahr 2026. Wien erwartete rund um die Veranstaltung zahlreiche internationale Besucher, weshalb Vertreter von Wirtschaft und NEOS zusätzliche Ladenöffnungen forderten. In Betracht kamen während der ESC-Woche mehrere Sonn- beziehungsweise Feiertage.

Am Ende kam keine politische Einigung zustande. Die regulären Sonntagsregeln blieben bestehen.

Die Auseinandersetzung zeigte zugleich, dass eine zeitlich begrenzte Sonderregelung grundsätzlich ein denkbarer Weg wäre. Bei der Fußball-Europameisterschaft 2008 hatte Wien bereits zeitlich eingeschränkte Sonderöffnungen ermöglicht. Für den ESC 2026 wurde ein vergleichbares Modell jedoch nicht beschlossen. Der aktuelle NEOS-Vorstoß kann daher auch als zweiter Versuch verstanden werden, nach dem gescheiterten ESC-Modell eine kleinere oder politisch leichter durchsetzbare Lösung zu finden.

Was sich für Wienerinnen und Wiener aktuell ändert

Kurzfristig: nichts.

Der politische Vorstoß der NEOS bedeutet nicht, dass reguläre Wiener Geschäfte ab sofort sonntags öffnen dürfen. Die bestehenden gesetzlichen Regeln gelten weiter. Wer sonntags einkaufen möchte, ist deshalb weiterhin auf jene Geschäfte angewiesen, die unter bestehende Ausnahmeregelungen fallen, etwa an bestimmten Bahnhöfen, touristischen Standorten oder im Rahmen anderer gesetzlich definierter Ausnahmen.

Für eine breitere Öffnung wären weitere politische und rechtliche Schritte erforderlich.

Aktueller Stand am 8. August 2026

FrageStand
Dürfen alle Wiener Geschäfte sonntags öffnen?Nein
Gibt es bestehende Ausnahmen?Ja
Fordern die NEOS eine Lockerung?Ja
Unterstützt die SPÖ derzeit eine allgemeine Sonntagsöffnung?Nein
Ist die ÖVP grundsätzlich für mehr Flexibilität?Ja
Gibt es bereits einen neuen verbindlichen Testtermin?Nein
Wurde eine neue Verordnung beschlossen?Nein
Ändert sich für Kunden unmittelbar etwas?Nein

Fragen und Antworten zur Sonntagsöffnung in Wien

Warum fordern die NEOS jetzt erneut eine Sonntagsöffnung?

Die NEOS argumentieren mit wirtschaftlichem Druck auf den stationären Handel, Konkurrenz durch den permanent verfügbaren Onlinehandel, touristischer Nachfrage und Umfragewerten, nach denen viele Wiener zumindest gelegentlich sonntags einkaufen würden.

Wie viele Wiener würden sonntags einkaufen?

Nach einer Untersuchung der Johannes Kepler Universität Linz gaben 63 Prozent der befragten Wienerinnen und Wiener an, eine entsprechende Einkaufsmöglichkeit zumindest gelegentlich nutzen zu wollen. Bei der Generation Z lag der Wert bei 74 Prozent.

Ist die Sonntagsöffnung in Wien bereits beschlossen?

Nein. Derzeit liegt eine politische Forderung vor. Eine allgemeine neue Sonntagsöffnung wurde nicht beschlossen.

Warum können manche Geschäfte trotzdem sonntags öffnen?

Das Öffnungszeitengesetz und die Wiener Öffnungszeitenverordnung enthalten spezielle Ausnahmen für bestimmte Standorte, Waren oder touristische Situationen. Dazu gehören unter anderem besondere Regelungen im Prater.

Könnte Wien nur einzelne Bezirke oder Gebiete freigeben?

Politisch wird seit Jahren über räumlich begrenzte touristische Lösungen diskutiert. Ob und in welcher konkreten Form ein solches Modell rechtlich und politisch umgesetzt würde, müsste allerdings gesondert festgelegt werden.

Was sagt die SPÖ?

Die Wiener SPÖ lehnt zusätzliche allgemeine Sonntagsöffnungen weiterhin ab und hatte auch eine Sonderregelung während des Eurovision Song Contest 2026 nicht unterstützt.

Was sagt die Wiener ÖVP?

Die ÖVP steht flexibleren Öffnungszeiten grundsätzlich positiv gegenüber. Sie kritisiert allerdings die NEOS dafür, dass diese ihre Forderungen als Regierungspartei bisher nicht gegen den Widerstand der SPÖ umgesetzt hätten. Bereits im Mai forderte die ÖVP eine freiwillige Sonntagsöffnung.

Wann könnte eine Sonntagsöffnung tatsächlich kommen?

Dafür gibt es derzeit keinen bestätigten Termin. Entscheidend wäre zunächst eine politische Einigung über das Modell und anschließend die dafür erforderliche rechtliche Umsetzung.

Der neue NEOS-Vorstoß verändert vorerst weniger die Öffnungszeiten als die politische Debatte. Die Partei bringt das Thema wenige Monate nach dem gescheiterten ESC-Versuch erneut auf die Tagesordnung und versucht diesmal, einen begrenzten Test beziehungsweise einen Einstieg über kleinere inhabergeführte Betriebe in den Mittelpunkt zu stellen.

Der Widerstand der SPÖ bleibt jedoch die entscheidende politische Hürde. Solange sich die beiden Wiener Regierungsparteien nicht auf ein gemeinsames Modell verständigen, ist eine breite Sonntagsöffnung nicht absehbar. Damit stehen nun vor allem drei Fragen im Mittelpunkt: Legen die NEOS einen konkreten Vorschlag mit Gebieten, Uhrzeiten und arbeitsrechtlichen Bedingungen vor? Ist die SPÖ zu einem begrenzten Pilotprojekt bereit? Und lässt sich ein Modell finden, das wirtschaftliche Interessen mit dem Schutz der Handelsbeschäftigten verbindet? Bis diese Fragen beantwortet sind, bleibt die Rechtslage unverändert: Der Sonntag ist für den regulären Wiener Einzelhandel grundsätzlich ein Schließtag – mit gesetzlich definierten Ausnahmen.

Bei Wien Today bleiben Sie über Wien und die Welt bestens informiert. Aktuelle Nachrichten, Events, nützliche Ratgeber und spannende Artikel – täglich neu für alle 23 Bezirke. Genießen Sie Wien jeden Tag: BAUSTELLEN & SPERREN IN WIEN: WO AUTOFAHRER AM 7. AUGUST 2026 MIT BEHINDERUNGEN RECHNEN MÜSSEN

Verwendete Materialien: NEOS Wien, Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS), Johannes Kepler Universität Linz, ORF Wien, W24, Wirtschaftskammer Wien, APA-Berichte und öffentliche Stellungnahmen der Wiener Parteien.